Tagungsdokumentation: BNE in der Familienbildung. Praxis entwickeln und gestalten (07.05.2026)

Wie lässt sich die Familienbildungsarbeit noch besser profilieren, weiterentwickeln und vernetzen? Wie hilfreich ist dafür der Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)? Diese Fragen bewegen bundesweit viele Einrichtungen und die Tagung bot Leitungen und Mitarbeitenden Gelegenheit, sich über aktuelle Initiativen, Strategien sowie Förder- und Vernetzungsmöglichkeiten auszutauschen. Näher vorgestellt wurden ein neues Fortbildungskonzept für „Zukunftsmacher:innen“, mit Digital-, Präsenz- und Selbstlernmodulen, sowie ein neuer „Leitfaden“, der hilft, die Programmarbeit und Öffentlichkeitsarbeit systematisch weiterzuentwickeln und Zertifizierungen anzubahnen. Zentrale Ergebnisse der anschließenden Beratungen waren unter anderem:

  • BNE ist kein neues Thema für Familienbildungseinrichtungen. Doch lässt sich deren Arbeit unter BNE-Gesichtspunkten gut ausbauen und gezielt profilieren. Da die Nachfrage nach ausdrücklichen BNE-Angeboten begrenzt ist, sollten BNE-Schwerpunkte am besten im bestehenden Angebotsspektrum gesetzt werden (z. B. bei offenen Cafés, Kochkursen, Festen, Spiritualität, Medienverhalten oder Geldanlagen).
  • Wenn sich Einrichtungen in Richtung BNE-Zertifizierungen weiterentwickeln wollen, ist es hilfreich, nicht zu programmatisch, sondern vor allem praktisch vorzugehen. Dabei können Leitfäden und Checklisten helfen, die eine sukzessive Entwicklung erlauben und dokumentieren.
  • Bereits die Hervorhebung bestehender BNE-Aspekte im Programm eröffnet den Einrichtungen neue Kooperationspartner, Fördergeber und Zertifizierungsmöglichkeiten zur strategischen Weiterentwicklung.
  • Am besten werden die Einrichtungen von Familien als vorbildlich in Bezug auf BNE wahrgenommen. Die komplexe BNE-Programmatik darf sich nicht auf die Kommunikation und Gestaltung von Ausschreibungen und Kursen auswirken. Diese müssen unbedingt vom Alltag und den Lerninteressen der Familien ausgehen – dann stimmt in der Regel auch die Nachfrage.

Insgesamt konstatierten die Teilnehmenden der Tagung, dass Einrichtungen mit ganz unterschiedlichem Zuschnitt anhand des BNE-Rahmens ihre Angebote akzentuieren, verbinden und weiterentwickeln können, und dass der BNE-Rahmen hilft, sich programmatisch breiter aufzustellen beziehungsweise neue Kooperationsparterinnen zu gewinnen. Gefragt sind weitere landesverbandliche und bundesweite Veranstaltungen, die ausgesuchte Beispiele, Materialien, Fortbildung und Fördermöglichkeiten vorstellen und es erlauben, sich praxisbezogen und kollegial über Erfahrungen mit BNE auszutauschen.


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