Von der ersten Idee über die zielgruppenfokussierte Planung bis zur Auswertung – probieren Sie fünf Werkzeuge im eigenen Tempo aus. Kein Vorwissen nötig, nichts kann kaputtgehen.
So läuft es: Grundlagen → Impuls → selbst erproben → teilenDauer: ca. 60 MinutenTempo: Sie bestimmen es
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Ankommen
Worum es geht – und worum nicht.
KI-Werkzeuge nehmen Ihnen keine pädagogische Arbeit ab. Sie können aber Routinen abkürzen: einen Elternbrief formulieren, einen Aushang gestalten, Rückmeldungen bündeln – damit mehr Zeit für die eigentliche Begegnung mit Familien bleibt.
In diesem Kurs lernen Sie fünf frei verfügbare Werkzeuge kennen. Jede Station hat denselben Aufbau: eine kurze Erklärung, eine konkrete Sache zum selbst ausprobieren, und – ehrlich benannt – wo die rechtlichen Grenzen liegen. Arbeiten Sie nur die Stationen durch, die Sie interessieren. Haken Sie ab, was Sie erledigt haben.
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Wie KI „denkt“
Drei Grundlagen, die alles Weitere verständlich machen.
Das Erdnuss-Marmeladen-Sandwich
Ein bekanntes Experiment: Ein Vater bittet seine Kinder, ihm Schritt für Schritt zu erklären, wie man ein Sandwich macht – und führt jede Anweisung extrem wörtlich aus, genau so, wie ein Computer es täte. Das Ergebnis ist Chaos: Missverständnisse, Fehler, obwohl die Anleitung scheinbar klar war.
Der Kern: Computer und KI verstehen keine Absicht. Sie machen genau das, was gesagt wird – keine Interpretation, kein „Mitdenken“. KI ist nicht intelligent wie ein Mensch, sondern folgt Mustern und Ihren Eingaben.
Sehen Sie selbst, wie stark die Eingabe zählt – tippen Sie zum Aufdecken:
Kommunikation ist entscheidend: gute Eingaben → gute Ergebnisse, schlechte Eingaben → schlechte Ergebnisse. Kleine Unklarheiten führen zu großen Fehlern.
KI ist längst überall
KI ist keine einzelne Anwendung mehr, sondern eine Querschnittstechnologie, die unseren Alltag durchzieht – meist unsichtbar in bestehende Systeme eingebettet. Wir nutzen KI nicht nur, wir leben bereits in einer KI-strukturierten Umwelt.
Smartphone entsperren
Gesichtserkennung
Im Internet suchen
Google entscheidet die Reihenfolge
Route planen
Navigation
Film empfohlen bekommen
Empfehlungssysteme
E-Mail als Spam erkannt
Klassifizierung
Text übersetzen
DeepL & Co.
Die Frage ist also nicht ob wir mit KI arbeiten – sondern wie bewusst und sicher wir es tun.
Suchmaschine ist nicht gleich KI-Modell
Im Alltag werden beide oft verwechselt – sie funktionieren aber grundlegend unterschiedlich. Das zu verstehen, erklärt, warum ein Chatbot Dinge erfinden kann.
Suchmaschine
Aufgabe: Informationen finden
Greift auf bestehende Inhalte zu
Verweist auf Quellen
Prinzip: indexieren, gewichten, anzeigen
KI-Modell (LLM)
Aufgabe: Texte erzeugen
Greift nicht klassisch auf Wissen zu
Berechnet Wahrscheinlichkeiten von Sprache
Erzeugt Sätze, die plausibel klingen
Die Konsequenz: Ein KI-Modell erzeugt Sätze, die plausibel klingen – unabhängig davon, ob sie wahr sind. Deshalb gilt an jeder Station: Ergebnisse prüfen, Fakten und Quellen nie blind übernehmen.
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Impuls
Ein Gedanke, bevor Sie loslegen.
„Nicht: Macht die KI meine Arbeit? – sondern: Welche Aufgabe würde ich gern abgeben, um Zeit für die Menschen zu gewinnen?“
Denken Sie an eine wiederkehrende Schreib- oder Gestaltungsaufgabe aus Ihrer Woche. Etwas Lästiges, Wiederkehrendes. Halten Sie es kurz im Kopf – Sie werden es gleich an einem der Werkzeuge ausprobieren. Und erinnern Sie sich ans Sandwich: Je klarer Sie es beschreiben, desto besser das Ergebnis.
Die Verantwortung für jedes Ergebnis bleibt bei Ihnen. Die KI schlägt vor, Sie entscheiden.
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Selbst erproben
Fünf Stationen. Öffnen Sie, was Sie neugierig macht.
Wofür
Ausschreibungen, Elternbriefe, Methodenideen, Feedbackbögen – und das Übertragen sperriger Texte in Einfache Sprache. Das Zugpferd für alles, was mit Formulieren zu tun hat.
Jetzt ausprobieren
„Formuliere eine einladende Kursbeschreibung für einen PEKiP-Kurs für Eltern mit Babys (3–6 Monate), etwa 80 Wörter, warmer Ton.“
ChanceSpart bei Routinetexten viel Zeit. Sehr niedrigschwellig, kein Konto-Zwang für erste Versuche.
GrenzeUS-Server: keine Namen oder Familiendaten eingeben. Erfindet Fakten und Quellen – immer prüfen.
Wofür
Ähnlich wie ChatGPT, aber eng mit Google-Diensten verbunden und mit aktuellem Web-Zugriff. Praktisch, wenn Ihr Haus ohnehin mit Google Docs oder Gmail arbeitet.
Jetzt ausprobieren
„Hier sind fünf (erfundene) Rückmeldungen zu einem Elternkurs. Fasse sie zu einem freundlichen Fazit in drei Sätzen zusammen: …“
ChanceAktuelle Web-Infos, nahtlos in Google-Dokumenten nutzbar.
GrenzeGleiche Datenschutz-Regel. Bei dienstlichem Google-Konto vorher klären, was der Träger erlaubt.
Wofür
Aushänge, Flyer, Social-Media-Posts und Präsentationen aus Vorlagen – mit KI-Textvorschlägen und Bildgenerierung. Professionelle Ergebnisse ganz ohne Design-Kenntnisse.
Jetzt ausprobieren
Wählen Sie eine Flyer-Vorlage und lassen Sie Canva einen Aushang für einen offenen Elternabend „Medien in der Familie“ entwerfen.
ChanceSchnell zu ansehnlichen Materialien, große Vorlagen-Auswahl.
GrenzeKI-Bilder sind urheberrechtlich Graubereich. Keine echten Fotos von Teilnehmenden hochladen und bearbeiten lassen.
Zum Vertiefen: „Flyer und Social-Media-Postings mit Canva im Handumdrehen erstellen“ – eine ausführliche, praxisnahe Anleitung.relilab.org · Fortbildungsplattform für religiöse Bildung
Wofür
Eine Suchmaschine, die nicht mitschneidet, was Sie suchen. Gut für Recherche zu Förderungen oder Fachthemen – und bietet auch einen anonymisierten KI-Chat-Zugang.
Jetzt ausprobieren
Suchen Sie nach „Fördermöglichkeiten Familienbildung“ und vergleichen Sie, wie sich die Suche ohne Tracking anfühlt.
ChanceKein Tracking, guter „sicherer Hafen“ für Recherche.
GrenzeReine Suche – die inhaltliche Tiefe eines Chatbots ersetzt es nicht.
Wofür
Das Besondere: Sie laden eigene Dokumente hoch – ein Rahmenkonzept, mehrere Sachberichte, einen Fachtext – und die KI antwortet nur auf Basis dieser Quellen. Sie fasst zusammen, beantwortet Fragen, erstellt sogar einen Audio-Überblick.
Jetzt ausprobieren
Laden Sie ein längeres, unkritisches Dokument (z. B. ein öffentliches Konzeptpapier) hoch und fragen Sie: „Was sind die drei Kernaussagen?“
ChanceAntwortet quellentreu – deutlich weniger Erfindungen. Ideal fürs Einarbeiten in dicke Unterlagen.
GrenzeHochgeladene Dokumente dürfen keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten enthalten. Träger-Freigabe klären.
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Der rechtliche Rahmen
Kurz, damit Sie sicher ausprobieren können.
→Keine personenbezogenen Daten. Keine Namen, Kontaktdaten, Gesundheits- oder Familienverhältnisse von Teilnehmenden oder Kolleg:innen in ein KI-Tool geben.
→Kirchlicher Datenschutz gilt. Als kirchlicher Träger greift das DSG-EKD – vergleichbar mit der DSGVO, teils strenger ausgelegt.
→Nutzung muss erlaubt sein. Dienstliche KI-Nutzung braucht die Freigabe des Arbeitgebers. Eine Dienstvereinbarung oder Handreichung schafft Klarheit – die MAV hat ein Mitbestimmungsrecht.
→Verantwortung bleibt beim Menschen. Jedes Ergebnis prüfen. Die fachliche und rechtliche Verantwortung für jeden Text trägt die Fachkraft, nicht die KI.
→Bei Bildern vorsichtig. KI-generierte Bilder sind urheberrechtlich unsicher – für offizielle Materialien im Zweifel zurückhaltend einsetzen.
Würde ich diese Information auch auf einen öffentlichen Aushang schreiben? Wenn nein, gehört sie nicht in die KI.
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Ethische Fragen
Recht sagt, was erlaubt ist. Ethik fragt, was gut ist – gerade in der Bildungsarbeit.
KI ist nie neutral. Wer sie in der Familienbildung einsetzt, trägt Verantwortung über den Datenschutz hinaus. Diese vier Felder laden zum Nachdenken ein – allein oder als Gesprächsanstoß in der Gruppe. Es gibt keine fertigen Antworten, sondern gute Fragen.
Datenschutz ist mehr als eine Rechtsregel – es geht um Selbstbestimmung über die eigenen Informationen.
Wer muss welche Informationen unter welchen Bedingungen preisgeben – und wer darf das verweigern?
Wem gehören die Daten, die wir eingeben?
Gibt es gerechte und faire Bedingungen für den Datenaustausch?
Wer hat Zugang zu welchen Daten, und zu welchem Zweck darf er darauf zugreifen?
Der Mensch ist Träger, Schöpfer und Ziel aller gemeinschaftlichen Einrichtungen – nicht Mittel zum Zweck. Privatsphäre bedeutet auch, dass Daten den geschützten Raum verlassen können, sobald sie eine KI erreichen.
Fördert KI den gesellschaftlichen Wohlstand – und wird die Solidarität gestärkt?
Wer übernimmt Verantwortung für die Richtigkeit von Informationen?
Wer erhält Teilhabe am Erwerb der Fähigkeiten, die für eine autonome Lebensgestaltung nötig sind?
Wer hat Zugang zu welchen Anwendungen – und wer bleibt außen vor?
Lernen in kirchlicher Trägerschaft lebt von Gemeinschaft und kritischer Auseinandersetzung – etwas, das ein Werkzeug nicht ersetzen kann.
Wird gemeinsames Lernen durch KI gestärkt – oder ersetzt sie den Austausch?
Chatbots können zu Filterblasen werden: Sie bestätigen, statt zu widersprechen. Wo brauchen wir bewusst die andere Stimme?
KI lernt aus vorhandenen Daten – und übernimmt deren Vorurteile. Oft bleibt verborgen, wie sie zu einem Ergebnis kommt („Blackbox“).
Welche Vorurteile und Stereotype werden reproduziert und fortgeschrieben – etwa zu Geschlecht, Herkunft oder Familienform?
Weil die Entscheidungswege verborgen sind, braucht es Gespür und Sensibilisierung auf Seiten der Lehrenden.
Nicht alles, was möglich ist, dient dem Menschen. Die gute Frage im richtigen Moment ist wichtiger als die schnelle Antwort.
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Erkenntnisse teilen
Halten Sie fest, was Sie mitnehmen – für die gemeinsame Runde.
Erprobt: 0 von 5 Stationen.
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